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Elternbegleiter

Der Kinderschutzbund in Nordfriesland ist einer von 100 Modellstandorten in der Bundesrepublik desBundesprogramms „Elternchance ist Kinderchance - Elternbegleitung der Bildungsverläufe der Kinder“.
Faire Chancen für Kinder sind eng mit der frühen Förderung durch die Eltern verknüpft. Mit dem Bundesprogramm „Elternchance ist Kinderchance“ sollen Eltern über die Familienbildung erreicht werden und für kindliche Entwicklungsschritte, passende Bildungswege und eine gute Lernumgebung gewonnen werden.

Was ist Elternbegleitung?

Immer mehr Familien benötigen Hilfe bei der Erfüllung ihrer elterlichen Aufgaben. Vielen Eltern sehen sich verloren in dem „Dschungel“ der Bildungslandschaft in Deutschland. Müttern und Vätern ist es kaum noch möglich, ihre Kinder adäquat zu begleiten, da ihnen immer mehr Möglichkeiten offen stehen und die Art und Weise der Bildungsvermittlung immer mehr von dem abweicht, was ihnen aus ihrer eigenen Biografie bekannt ist.

Sie stehen vor dem Problem für ihre Kinder nur das Beste zu wollen, wissen jedoch nicht den Weg. Oftmals überfordern sie die Kinder und überfrachten sie mit Angeboten und Terminen. Viele Kinder, gerade auch schon im Vorschulalter, haben einen vollen Terminkalender und kaum noch freie Zeit zum Spielen.

Hinzu kommen gut gemeinte Ratschläge aus dem nahen Umfeld der Familie, wie z.B. Verwandtschaft, Nachbarn oder Freunde. Aber auch die Hinweise der professionell Tätigen, wie z.B. Erzieher im Kindergarten, Lehrer, Therapeuten etc. überfordern vielfach die Eltern und es bleibt ihnen kaum Raum für ihre eigene Meinung und ihr eigenes Expertenwissen.

Genau hier kann Elternbegleitung ansetzen um die Kompetenzen der Eltern zu stärken und sie zu begleiten. Sie benötigen weniger Beratung denn Stärkung in ihrer Elternrolle und ihrem Selbstbewusstsein.

Was benötigen Eltern?

Zu aller erst benötigen Eltern Aufmerksamkeit und Zeit. Es muss Personen geben, die Eltern ernst nehmen, ihnen zuhören und Möglichkeiten der Begleitung bieten.
Sie wollen von ihren Problemen und Sorgen des Alltags mit den Kinder und / oder Partnern erzählen können. Allein schon, das „darüber sprechen“ hilft vielen Eltern weiter, sich reflektieren zu können, kleine „Anstupser“ zu bekommen über die eine oder andere Frage, die sich entwickelt, vertieft darüber nachzudenken.

Zum anderen wollen Eltern auch neutral beraten werden um über Bildungssysteme in Deutschland, insbesondere aber in ihrem Umfeld aufgeklärt zu werden. Sie möchten wissen, welche Bedeutung der frühen kindlichen Entwicklung zugemessen wird und wie dies in den einzelnen Institutionen umgesetzt wird.

Zudem möchten Eltern die verschiedensten Einrichtungen und Institutionen erläutert bekommen. Sie können oft das große Durcheinander und die sich ständig ändernden Begriffe für die einzelnen Bildungsinstanzen schlecht filtern bzw. zuordnen. Gerade Mütter und Väter von Erstgeborenen suchen hier oft Hilfe. Sie wollen von Anfang an nichts falsch machen und die Entscheidungen für ihr Kind bewusst auswählen.

Sicherlich sind hier auch die besonderen Bedürfnisse der Eltern mit Migrationshintergrund zu berücksichtigen. Nicht nur sprachliche Barrieren können hier hemmend sein, sondern auch die oft fehlenden Kenntnisse im deutschen Bildungssystem.

Was leistet Elternbegleitung

Elternbegleiter können in folgenden Bereichen tätig sein:

  • Elternkompetenz stärken: Kenntnisse zum Stellenwert von Bildung, zur individuellen Förderung und zu Bildungsverläufen vermitteln.
  • Bildungsoptionen eröffnen: Zusätzliche Angebote zur Bildungsbegleitung und -beratung in der Eltern- und Familienbildung einrichten.
  • Schulwahl begleiten: Eltern bei anstehenden Entscheidungen, wie bei Bildungsübergängen Informationen anbieten.
  • Diagnose stellen: Fähigkeiten von Kindern einschätzen und nach Bedarf Familien an anderen Dienste vermitteln.
  • Zusammenarbeit verbessern: Erziehungs- und Bildungspartnerschaften zwischen Fachkräften und Eltern, sowie Kooperationen von Familien mit Kinderbetreuung und Schule fördern.
  • Innovative Familienbildung etablieren: Neue Formen und Inhalte der Eltern- und Familienbildung zur Bildungsbegleitung von Familien einrichten.
  • Netzwerke einrichten: Zusammenarbeit und sozialraumbezogene Vernetzung mit anderen eltern- und kindbezogenen Einrichtungen, Trägern und Institutionen entwickeln.

(siehe Programm „Elternchance ist Kinderchance“)

„Bildungsbegleitung als Elternberatung hat sich sowohl um den generellen Stellenwert von Bildung in Familien (z.B. Kinderentwicklung, Lebenslanges Lernen, Medien-kompetenz) zu bemühen, als auch Eltern hinsichtlich der Bildungsübergänge ihrer Kinder (z.B. Kita - Grundschule, Grundschule - weiterführende Schule, Schule - Berufsausbildung/Studium) zu unterstützen. Bildungsübergänge von Kindern sind in Familien häufig auch kritische Phasen in der Familienentwicklung. Dabei mangelt es bislang erheblich, diese Übergänge als Bedarfssituationen von Familien zu erkennen sowie in diesem Zusammenhang ziel‐ und zeitgerechte Angebote für „bildungsferne“ Familien als Beratung zur Verfügung zu stellen.“ (Einführungstext zum Bildungsmodul, Prof. Dr. Detlef Krüger, Dr. Angela Schröder)

Eltern sollen Unterstützung zu Bildungsaspekten im Rahmen von Erziehung und Förderung erhalten. Diese Angebote der Beratung müssen frühzeitig, im ersten Lebensjahr des Kindes, beginnen. Bei Entscheidungsfragen bezüglich der Kinderbetreuung beim Wiedereinstieg der Mütter in den Beruf sollen die Entwicklung des Kindes und die bestmöglichste Förderung im Mittelpunkt stehen. Der Bildung des Kindes muss mehr Bedeutung beigemessen werden als der reinen Betreuung. Eltern müssen erkennen können, dass frühe Bildungschance für ihr Kind die bestmögliche Förderung bedeutet und dem Kind eine höhere Chance bietet einen guten Bildungsabschluss zu erlangen.

„Bildungsberatung würde Familien eine Orientierungshilfe für wichtige Fragen der frühkindlichen Bildung und des schulischen Werdeganges liefern. … verschiedene Aufgabenschwerpunkte der Bildungsberatung ableiten: im Elementar‐ und Primarbereich geht es um Fragen der emotionalen, kognitiven und sozialen Entwicklung, um Einschulungsaspekte, um Klassenwechsel, Übergang zu weiterführenden Schulen. Im Sekundarschulbereich geht es um Differenzierungsfragen zur Fächer‐ und Leistungswahl, um Abschlussqualifikationen sowie um Berufswahlvorbereitung.
Es erscheint aus den immer wieder geäußerten und seit vielen Jahren kontinuierlich gewachsenen Problembeschreibungen der Defizite in Bildungsverläufen von Kindern und Jugendlichen wünschenswert, eine Form der Bildungsberatung anzubieten, in der Eltern persönlich angesprochen werden und die Hemmschwelle zur Inanspruchnahme von Beratungsangeboten abgebaut wird.
Eine wertschätzende Haltung den Eltern gegenüber sollte dabei eine wesentliche Voraussetzung für eine im Familienkontext wirksame Bildungsberatung sein. Eine Medienunterstützung wird der Bildungsberatung hilfreich zur Seite stehen müssen, die größte Bedeutung sollten jedoch die persönlichen Gespräche mit Eltern haben. Angebote der Bildungsberatung müssten sowohl systemisch als Beratung von Elterngruppen, als auch in Form der Einzelfallberatung Bedeutung erlangen.
Für die Bildungschancen von Kindern ist, auf Grund der frühen Auffächerung des deutschen Schulsystems in unterschiedliche Schultypen, diese Übergangssituation in der Regel die entscheidende Weichenstellung für die spätere Berufs‐ und Lebenssituation als Erwachsener." (Einführungstext zum Bildungsmodul, Prof. Dr. Detlef Krüger, Dr. Angela Schröder)

Bildung beginnt in der Familie. Eltern sind die ersten und die wichtigsten Impulsgeber ihrer Kinder:
Mit Zeit und Zuwendung legen sie die Basis für den späteren Lebens- und Bildungsweg. Im Familien- und Erziehungsalltag erleben sich Eltern oft als schlecht gerüstet. Die Familienbildung legt mit engagierten Fachkräften und „Elternbegleitern“ bereits einen Fokus auf die Verzahnung von Bildung und Bindung.
Eltern neben den Orten formaler Bildungsprozesse wie Kitas und Schulen als Bildungspartner zu begreifen, weckt neben Erwartungen an Mütter und Väter auch neue Anforderungen und Hoffnungen an die Elternarbeit und Familienbildung.

Wir hoffen, mit diesem Angebot vielen Eltern eine weitere Möglichkeit zu eröffnen, die Zukunft für ihre Kinder aktiv zu gestalten.
Unser Mitarbeiter Yunus Gün steht Ihnen nach Absprache vornehmlich freitags zur Beratung gern zur Verfügung.

Bitte nehmen Sie Kontakt mit der Geschäftsstelle - gerne auch per E-Mail - auf


Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) unterstützt Einrichtungen der Familienbildung mit dem Programm „Elternchance ist Kinderchance“. In ganz Deutschland werden bis 2014 insgesamt 100 Modellstandorte „Elternbegleitung Plus" mit jährlich 10.000 Euro gefördert, um Familien bei der Bildungsbegleitung ihrer Kinder zu unterstützen.
Weitere Informationen finden Sie unter www.elternchance.de.

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